Senoia – So sieht es am Walking Dead Drehort aus

Eine Kleinstadt in Georgia/USA ist fest in Zombie-Hand: Innerhalb der Stadtgrenze Senoias entstehen die allermeisten Szenen für The Walking Dead (TWD). Ich habe mich dort umgeschaut, Norman Reedus das Händchen gedrückt und das zerstörte Alexandria gesehen. Kommt mit!

 

Diese Story beginnt an einem Abend im frühen November 2017 in Atlanta. Als letzte Etappe einer Rundreise durch die US-Südstaaten verbrachten ich und die Freundin ein paar Tage in der Hauptstadt Georgias. Es war spät, ich lümmelte müde auf der Couch unseres Appartements herum und fürchtete, noch vor der „Late Show“ des genialen Stephen Colbert einzuschlafen. Doch als das Intro lief, war ich wieder hellwach: Norman Reedus sollte einer der Gäste sein – als Daryl einer meiner Lieblingscharaktere aus TWD. Was für ein Zufall!

Denn am nächsten Tag war ein Trip nach Senoia geplant – einer kleinen Stadt eine Stunde südlich von Atlanta, dem Walking Dead Drehort. Und erst ein paar Stunden zuvor hatte ich bei einem Spaziergang durch die Innenstadt Atlantas die Straße entdeckt, in der Rick in der allerersten Folge durch Zombies vom Pferd geholt wird.

Norman plauderte mit Colbert über seine Motorrad-Show, den baldigen Beginn der 8. Staffel von TWD, Senoia an sich und sein Restaurant dort. Reedus hatte das „Nic & Norman’s“ vor gut anderthalb Jahren gemeinsam mit Walking Dead-Producer Greg Nicotero eröffnet. „Wenn Sie in der Nähe sind, schauen Sie doch mal rein“, winkte Stephen Colbert zum Ende seiner Show in die Kamera. Ich prostete ihm mit dem letzten Schluck meines Gute-Nacht-Whiskys zu und murmelte „Mach ich Stephen, gleich morgen.“ Dann ging’s ins Bett.

 

Der Bericht setzt Grundwissen von The Walking Dead voraus. Wer die Serie überhaupt nicht kennt, darf natürlich dennoch gerne weiterlesen, wird aber mit einigen Fragezeichen zurückgelassen werden. Und wer noch nicht bis zur achten Staffel vorgedrungen ist, sollte sich vor Spoilern in Acht nehmen.

 

Zwölf Stunden später sitzen wir im Auto und passieren die Stadtgrenze von Senoia (spricht sich übrigens „Sen-oy“). Der Ort ist wirklich sehr klein und liegt mitten im Nirgendwo. Das meiste Leben spielt sich auf der relativ kurzen Main Street ab, auf der ich auch parke. Schon beim Einbiegen darauf und erst recht beim Ausstiegen aus dem Auto kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Ich stehe mitten in Woodbury! Ich meine: Senoia ist Woodbury und umgekehrt. Direkt schießen Szenen in meinen Kopf: Da irgendwo muss der Governor gewohnt haben und da unten war die Schutzwand. Verrückt!

 

Senoia Main Street aka Woodbury

 

Senoia lebt inzwischen vom Filmbusiness. Schon früher kamen die Filmcrews in den kleinen Ort. Viele Produzenten, die eine typische amerikanische Kleinstadt für ihren Streifen suchten, wurden dort fündig. „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ (1989) etwa oder „Grüne Tomaten“ (1991) wurden dort gedreht.
Doch seit der Bundesstaat Georgia 2008 hohe Steuervergünstigungen für das Filmbusiness verabschiedete, boomt Senoia umso mehr. Und Georgia erst recht. 2017 schraubte sich der Staat im Südosten der USA zur weltweiten Film-Location Nummer Eins hoch. Ja, richtig: Georgia hat Hollywood inzwischen den Rang abgelaufen. Und Senoia ist seit der 2. Staffel (2011) von TWD die Stadt der Untoten. Viele Szenen entstehen auf dem Gelände der Raleigh Filmstudios etwas außerhalb des 4.000-Seelen-Ortes. Für die Außenszenen werden vornehmlich Senoia und die Umgebung unsicher gemacht.

 

 

Gutes Futter in Norman Reedus‘ Restaurant in Senoia.

Nur wenige Schritte entfernt sehe ich schon das „Nic & Norman’s“ Schild über dem Bürgersteig hängen. Okay, dann mal rein! Die Atmosphäre ist gediegen, aber nicht abgehoben. Nettes Mobiliar, viel Holz, blanke Glühbirnen wechseln sich mit Kronleuchtern, wirklich gemütlich. Und klar, der ein oder andere Hinweis auf TWD darf nicht fehlen. Für einen normalen Wochentag um 13 Uhr ist ordentlich was los hier. Um 14 Uhr beginnt die „Behind the Scenes“-Führung, für die wir hier sind. Wir bestellen also nur eine Kleinigkeit, die tatsächlich lecker schmeckt. Der Laden lebt also nicht nur vom Namen, sondern produziert auch gutes Futter. Sogar die Preise sind in Ordnung.

Als ich der Bedienung kurz darauf schon zum Zahlen winke, murmele ich entschuldigend irgendetwas wie „Sorry, wenig Zeit, gleich beginnt die TWD-Führung.“ „Ach deswegen bist du hier“, gibt der nette Typ fast überrascht zurück. „Dann interessiert es dich vielleicht, dass da hinten am letzten Tisch Norman Reedus und Greg Nicotero sitzen.“ Ich will etwas entgegen wie: „Kann gar nicht sein, der war doch erst gestern Abend noch in New York in der Stephen Colbert Show.“ Dann fällt mir wieder ein, dass es Flugzeuge gibt.

Ich danke, zahle und denke nach. Die Freundin hat nichts mitbekommen, ist auf der Toilette. In meinen zwei Jahrzehnten als Journalist habe ich schon manche Promi-Nase getroffen, interviewt und/oder fotografiert. Beruflich eben, nicht privat. Einfach so zu einem Schauspieler zu gehen um „Hallo“ zu sagen würde mir eigentlich nie in den Sinn kommen. Ich fände das sogar extrem doof, mich würde es an deren Stelle nerven. Andererseits – ich bin nicht so oft in Senoia. Und einmal ist immer das erste mal …

 

Kurzentschlossen drücke ich der Freundin nach ihrer Rückkehr mein Smartphone mit geöffneter Kamera-App in die Hand und sage „Komm mal mit.“ Zehn Sekunden später stehen wir vor Reedus und Nicotero, die gerade in diesem Moment aufbrechen. Ich sage so etwas wie „Sorry für die Störung, aber hey, Zufall und so, gestern Abend noch Colbert gesehen, extra aus Deutschland nach Senoia gekommen, blabla.“ Reedus drückt mir die Hand („Thanx for your support, man“) und erklärt sich noch zu einem schnellen Foto bereit.

Leider war er schneller als meine langsame Smartphone-Kamera. Das verwischte Ergebnis sieht aus, als hätte ich den Geist von Reedus getroffen. Davon abgesehen, dass ich drein gucke wie ein Vollhonk. Das hat man davon, wenn man Prinzipien missachtet. Ein paar Tage nach meiner Heimkehr versteigere ich das Handy übrigens auf ebay, auch ein bisschen aus Rache. Unter ein paar leisen Flüchen, der Freundin nicht einfach meine superschnelle Spiegelreflex im Automatik-Modus gegeben zu haben, verlassen wir das Restaurant. War trotzdem ein toller Moment.

 

Der Geist von Norman Reedus und irgend so’n Typ.
Gemütlich: Nic and Norman’s.

 

Nur eine Minute die Main Street hinauf befindet sich das Büro der Georgia Tour Company. Der größte Anbieter von Walking Dead-Touren in Senoia. Draußen wartet schon ein kleiner Pulk für die Führung um 14 Uhr. Innen gibt es jede Menge nützlichen und unnützen TWD-Merchandise zu kaufen, dazu kann man sich an zahlreichen Pappkameraden aus der Serie mit der Kamera austoben.

 

Hülfä, Rick, Daryl! Da kommen Beißer!

 

Die Führer der Georgia Tour Company sind allesamt Cosplayer, „spielen“ also einen der TWD-Charaktere. Eigentlich würden wir mit Eugene losziehen, doch der ist offenbar ausgefallen. Statt dessen steht plötzlich wieder Daryl vor uns. Okay, sagen wir eher ein junger Jack Black, der sich als Daryl verkleidet hat. Aber hey – Dillan, wie er richtig heißt, ist unglaublich nett, spricht ein gut verständliches Englisch, was nicht typisch ist hier im Süden, und hat jede Menge Wissen auf Lager.

 

Unser Tourguide, der falsche Daryl alias Dillan. Netter Typ!

 

Los geht es mit der bunten Truppe die Main Street hinab zu einem kleinen Pavillion am Ende der Straße. Darunter schützen wir uns vor dem Nieselregen und werden nach unserer Herkunft befragt. Außer einem Paar aus Kolumbien sind neben uns nur Amerikaner dabei heute, bunt gewürfelt aus allen möglichen Bundesstaaten.

Zunächst erfahren wir eine Menge über Senoia als Drehort an sich. Dazu habe ich ja schon etwas erwähnt. Aber es sind auch andere Tatsachen, die den Ort für Filme und Serien so beliebt machen. Etwa, dass Atlanta mit seinem weltweit größten Flughafen um die Ecke liegt. Logistisch perfekt. „Noch besser ist aber, dass Senoia trotzdem in keiner der Flugschneisen liegt und so die Tonleute beim Drehen nicht durch Blechvögel verrückt gemacht werden“, sagt Dylan. Leuchtet ein. Eine Kleinigkeit zwar, aber für Filmteams sicher sehr wichtig.

 

Was den Ort selbst angeht, braucht Dillan sich nur umzusehen. Zu fast jedem Quadratmeter gibt es eine TWD-Geschichte. Die kann er immer mit Szenenfotos aus der jeweiligen Folge belegen. Der Pavillon unter dem wir gerade stehen etwa, spielte natürlich auch bereits eine Rolle. Sogar eine mit Panne. Am Tag vor dem Dreh war der 4. Juli, Unabhängigkeitstag, und der Pavillon noch hübsch mit frischen rot-blau-weißen Girlanden geschmückt. Die hatte man vergessen abzuhängen. Ebenso, wie bereits einige Werbeplakate in TWD zu sehen waren, die es eigentlich gar nicht geben dürfte in der postapokalyptischen Welt.

Dillan erzählt, dass die Schienen gleich hinter uns schon sehr oft zu sehen waren. Etwa in der Szene, als Rick & Co. im „Terminus“ gefangen genommen werden und in die Zugwaggons einsteigen müssen. Oder wie die zwei Schilder des Senoia Cafés bei Dreharbeiten mit einem anderen Schild verdeckt werden mussten, man aber aus unerfindlichen Gründen nur ein Fake-Schild hergestellt hatte. „So musste immer Pause gemacht werden, wenn von der anderen Gebäudeseite gedreht wurde, damit man das Schild umhängen konnte“, lacht unser Fake-Daryl.

 

Auf diesen Schienen haben sich schon sehr viele Szenen abgespielt.

 

Es ist schon eine halbe Stunde vergangen und wir stehen immer noch in diesem Pavillon und hören gebannt zu. Viel gelaufen wird in dieser Tour nicht. Es geht eben hinauf und hinab durch eine Kleinstadt mit nur wenigen Straßen. Doch der Nieselregen hört bald auf und Dillan trabt mit uns los. Er ist übrigens selbst öfters am streng abgeschirmten Set gewesen, ist auch ein paar Mal als Statist aufgetaucht. Ich frage nach Details.

„Erinnerst du dich an die erste Szene mit Negan, als er aus dem Wohnwagen steigt?“ Und ob ich das tue. „Ich bin einer der Saviours, die aufgereiht daneben stehen.“ Es sei richtig kalt gewesen in dieser Nacht und er habe bis zum Drehstart nicht gewusst, wer den Negan spielen würde. „Als die Campertür zum ersten Mal aufging, war ich total aufgeregt – ich bin ein Riesenfan von Jeffrey Dean Morgan.“

Er hatte dann noch oft Gelegenheit, Jeffrey Dean zu sehen – der Eröffnungsmonolog von Superbösewicht Negan wurde stundenlang wiederholt, bis die Regie zufrieden war. Daryl, also Norman Reedus, habe er wie viele andere auch schon getroffen. „Norman habe ich eben in seinem Restaurant die Hand geschüttelt“, sage ich darauf. „Wow, echt“, fragt Dillan. „Da hattest du aber Glück.“

 

Zurück auf der Main Street will ich wissen, was denn die Shops gemacht haben, als sie damals zu Wodburry-Zeiten ein Filmset waren. Und ich erfahre, dass es den meisten Einwohnern von Senoia so gar nichts ausgemacht hat. Gerade die Ladenbesitzer (und deren Anzahl hat sich in den letzten Jahren versechsfacht) konnten und können nicht meckern. Für jeden Drehtag, an dem ihr Geschäft geschlossen bleiben muss, fließen 1000 bis 2000 Dollar Entschädigung.

 

Eiscreme und ein Zahnarzt – in TWD lebte hier der Governor.

 

Viel mehr wird es, wenn der Laden als Kulisse herhalten darf. So sehen wir einen kleinen Souvenirshop, der tagelang in einen vergammelten Laden für Strandbedarf umgemodelt wurde. Und das für nur eine Szene, in der Tara durch einen alten Laden in Oceanside stromert und sich eine Sonnenbrille aussucht. „Inzwischen“, sagt Dillan, „entscheidet sogar ein Konsortium aus Stadtoberen und dem Studio, welche neuen Shops eröffnet werden dürfen, ob sie nach Senoia passen. Da muss man sich richtig für bewerben.“

So geht es die vollen drei Stunden. Hier und dort bleiben wir stehen, sehen ein Szenenfoto und erfahren die Geschichte. An dieser Stelle kann das natürlich nicht alles wieder gegeben werden. Es ist verblüffend zu erfahren, wie aus einer so kleinen Stadt so viele verschiedene Szenenbilder herauszuholen sind. Da diente etwa ein und dieselbe kleine Nebenstraße in diversen Staffeln immer wieder als Szenenbild für die verschiedensten Orte. Das ist eine Herkulesaufgabe für die Szenenbildner, denn schließlich wohnen überall Leute und es muss mit den vorhandenen Gebäuden, Bäumen und Sträuchern gearbeitet werden. Geschickte Kamerafahrten und Requisiten sind da die halbe Miete.

 

Diese Straßenecke war ebenfalls schon oft in der Serie zu sehen, zum Beispiel in Staffel 7/Folge 13 („Begrabt mich hier“).

 

Vor dieser Mauer hielt Enid Ausschau nach Zombies in Staffel 6/Folge 2 („Kämpfer“).

 

Dillan erzählt von „Müllmännern“ am Set, die nur darauf zu achten haben, dass sorgfältiger platzierter Unrat auf den Straßen immer hübsch genau am selben Fleck liegen bleibt. An einem Drehtag mit viel Wind oder Regen kein schöner Job. Außerdem gebe es noch den Lkw-Trick, so Dillan: „Wenn ein Setting etwas zu sehr nach Woodbury oder einer anderen dort schon gedrehten Szene aussieht, wird es einfach mit kaputten Autos zugestellt. Vor einmündende Nebenstraßen setzt man oft große Lkws oder Busse. Achtet mal drauf!“

Neben all den Hintergrundfakten zum Dreh selbst, gibt es viele witzige Anekdötchen. In einer der Straßen zeigt Dillan ein Bild des golfenden Governors aus Woodbury. Fast jeder aus der Gruppe erinnert sich an die Szene. Einsam schlägt der Despot seine Bälle in die Straße, auf der einige Untote herumstreifen. Und zack – geht einer von ihnen zu Boden, offenbar getroffen von einem der Golfbälle. „Das ist genau so passiert und war nicht geplant“, lacht Dillan. Der Zombie-Statist habe eine ziemliche Beule am Kopf gehabt.

 

Wir erfahren außerdem, dass Rick-Darsteller Andrew Lincoln ein Method-Actor ist, der viel Wert auf Authentizität legt. „Wenn Rick in der Serie fertig aussieht, dann ist er auch fertig“, erzählt Dillan. Andrew laufe etwa so lange eine Straße rauf und runter, bis er völlig aus der Puste sei und ihm tatsächlich der Schweiß aus den Locken tropfe.

Am meisten beeindruckt mich aber die Geschichte zu Herschel’s Farm, dem Hauptort der 2. Staffel. Die Farm ist echt, damals wie heute, und steht in der Nähe von Senoia. Da das Land inzwischen dem Studio gehört, kann sie nicht besichtigt werden. Außerdem ist sie nach wie vor bewohnt. Das war sie laut Dillan auch während des Drehs – und zwar von einer erzkonservativen und sehr religiösen Familie. „Es hat sehr lange gedauert und war sicher auch sehr teuer, bis man sie überreden konnte, ihre Farm als Drehort für eine Zombie-Serie freizugeben.“

Der Witz an der Sache: Die Familie hatte zwei Auflagen durchgesetzt. Zum einen durfte nur im Untergeschoss der Farm gedreht und zum anderen nicht geflucht werden. „Klingt unglaublich“, sagt Dillan. „aber achtet bei der zweiten Staffel mal darauf – im Haus wird nicht geflucht.“

Doch es kommt noch krasser: Die Familie hatte überall im Haus kleine Webcams verteilt und einen „Aufpasser“ im ersten Stockwerk sitzen, der so die Dreharbeiten und das Einhalten des Fluch-Verbots überwachen konnte. „In einer Szene auf Herschel’s Farm ist dem Regisseur sogar ein kleiner Fehler passiert“, lacht Dillan. „Wenn man sie langsam abspielt, kann man ganz genau eine der kleinen leuchtenden Webcams erkennen.“

 

Und so geht es weiter und weiter durch diese sympathische Kleinstadt und ihre Straßen. Wir kommen an dem Haus vorbei, auf dessen Dach Carl-Darsteller Chandler Riggs eine ganze Dose Schokoladenpudding verspeisen musste, sehen die Schienen im Wald, auf denen so viele verschiedene Szenen gedreht wurden. Eine Brücke darüber kam schon mehrmals vor, wurde – mit einem schwarzen Tuch verhangen – auch schon zum Tunnel umfunktioniert.

 

In diesem Haus finden Rick und Carl eine Weile Unterschlupf in Staffel 4/Folge 9 („Für Dich“).

 

Die Eisenbanhbrücke, die mehrmals zu sehen ist. Für Staffel 5/Folge 15 („Vereint“) wurde sie als Tunnel verkleidet.

 

Den Fans der ersten Stunde sicher noch bestens bekannt: Miltons Labor!

 

Immer wieder kommt auf dem Spaziergang die Wellblech-Umzäunung von Alexandria ins Bild. Dem Hauptdrehort seit drei Staffeln, die neue Heimat von Rick und seinen Leuten. An den Zaun heran kommt man nie, denn natürlich ist alles abgesperrt und überwacht. Einmal stehen wir vor der Einfahrt zu Alexandria, dort, wo das Rolltor und der Wachturm ist. Davor parken zwei mit Rohren gespickte Autos. Ein Wärterhäuschen (auf Rollen, zum schnellen Wegschaffen beim Dreh) steht davor und überwacht die Ein- und Ausfahrenden. Denn: In „Alexandria“ leben tatsächlich Menschen!

 

Da geht’s rein – die Zufahrt nach Alexandria – in der Realität wie auch im Film.

 

Die Siedlung am Rande von Senoia wurde vor einigen Jahren durchaus mit dem Hintergedanken angelegt, sie künftig auch als Drehort für die nahen Studios nutzen zu können. Dazu wurden Häuser in verschiedenen Baustilen errichtet, um so verschiedene Kulissen bieten zu können. Clever. Noch cleverer: Um die Kosten gering zu halten, wurden sechs der Häuser an normale Familien verkauft, zwar um einiges günstiger als sie normalerweise Wert gewesen wären, aber immerhin. Die Käufer freuten sich über das Schnäppchen, mussten allerdings mit dem Vertrag unterschreiben, dass sie in Zukunft mit Dreharbeiten einverstanden sein würden und einige Auflagen akzeptieren.

 

Noch ein paar zerstörte Häuser Alexandrias.

 

Es ist unmöglich, einmal hinter die Wand zu blicken.

 

Das gesamte Areal wird streng bewacht.

 

Dass nur wenig später alles eingezäunt werden und sie quasi in einer „Gated Community“ leben würden, ahnte damals noch niemand. „Besucher müssen Wochen im voraus angemeldet werden“, erzählt Dillan, der einen Freund hat, der dort lebt. „Es gibt ohne Ende Formulare und Listen, über die sich ein normaler Bewohner von Senoia keine Gedanken machen muss.“ Von Verschwiegenheitserklärungen und dementsprechend drohenden Strafen ganz abgesehen, denn schließlich wird vor der Haustür der Leute dort gedreht. Sicher oft spannend, aber bestimmt auch hin und wieder nervig.

 

Schrottautos immer griffbereit für den nächsten Dreh.

 

Abgebrannte Kulissen und verdeckte … Sportwagen?

 

Trotz der Anti-Zombie-Mauer rundherum erkennt man vertraute Gebäude hinter dem Wellblech. Dort auf dem Balkon wurde Michonne verprügelt, da vorne ist die Kirche … Moment, warum ist die angekokelt? „Vor ein paar Wochen gab es an drei Abenden einige heftige Explosionen hinter der Mauer“, sagt Dillan. „Viele aus der Stadt haben sich das Feuerwerk angeguckt, die haben wirklich einiges in die Luft gejagt, auch die Kirche.“ Er sei gespannt, was da in der Serie passiere.

 

Und hinter der Schutzwand: Alexandria!

 

Huch , der Kirchturm ist weg!

 

Wenige Wochen später wissen wir Bescheid. Der Angriff der Saviours hat Alexandria einen herben Schlag versetzt und obendrein hat es am selben Tag Carl erwischt …

Zum Schluss noch ein Tipp:
Auf Google Street View kann man selbstverständlich auch durch die Straßen von Senoia cruisen. Die Aufnahmen sind von Juli 2016 (das Datum ist immer ganz unten rechts zu sehen), also sogar recht aktuell. Dort sieht man Alexandria natürlich hinter der Schutzmauer verborgen. Doch wenn man in die Straßen von Alexandria klickt, kommt man trotzdem rein – denn hinter der „Grenze“ zu Alexandria sind die Google-Fotos plötzlich von Oktober 2013 – zu diesem Zeitpunkt ist das Wohngebiet gerade im Bau. Ist doch mal nett von Google, oder? 😉 An der Ecke Gin Street/Baggarly Way ist das besonders gut nachzuvollziehen. Einfach mal hinter die Mauer klicken. Ich hab da mal was vorbereitet …

 

 


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11 thoughts to “Senoia – So sieht es am Walking Dead Drehort aus”

    1. Danke! Und das Foto … im Nachhinein isses mir auch egal. Wenn der feine Herr Reedus meint, nicht mal zwei Sekunden still halten zu können, dann ist das eben so. Ziiis, immer sooo busy, diese Schauspieler 😀

  1. Da wird man richtig neidisch! ? Interessanter Bericht und tolle Bilder. Kann man sich alles gar nicht vorstellen, wie das in Natura aussieht. Ich würde so gerne mal dorthin. ? Vielleicht klappt es mal. ?

    1. Nicht neidisch sein und nicht träumen – machen! Ich hab mir mal erlaubt, für Dich auf Skyscanner nachzusehen. Wie wäre es denn mit einem verlängerten Wochenende? Sagen wir von Do. 19. bis So. 22. April? Ein Direktflug (!) mit Delta Airlines von Frankfurt nach Atlanta gibt’s dann Hin- und Zurück für insgesamt 409 Euro. Hammerpreis! Dann vom Flughafen aus ein günstiges Mietauto nehmen (so ab 30 Euro/Tag) und in 45 Minuten nach der Anmietung bzw. geschätzt 1,5 Stunden nach der Landung stehst Du mitten in Woodbury, ähmn, Senoia. Viel Spaß!

  2. Wie cool ist das denn? Mir war nicht bewusst, dass so viele unterschiedliche Szenen und Ort in nur einer kleinen Stadt gedreht werden können. Super Beitrag, hat richtig Spaß gemacht zu lesen.

    Liebe Grüße
    Magdalena

    1. Hey Magdalena. Na ja, nicht alles, aber eben hauptsächlich. Das Studiogelände ist sicherlich auch nicht eben klein und auch in den Nachbarorten waren die Teams schon unterwegs. Schön, dass es Dir gefallen hat!

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