Tokio & Kyoto: Reisebericht Japan 2014 / Tag 15

TAG 15 / KYOTO-OSAKA-FRANKFURT-KÖLN
Samstag, 24.05. / Wetter? Egal!

Viel zu früh stehen wir auf, schlagen uns noch ein paar Brote am Frühstücksbuffet rein und beginnen mit der Pack-Session. Wir schaffen es tatsächlich wie geplant um halb zehn an der Metro zum Hauptbahnhof zu stehen. Oben vor dem Eingang, der drei Minuten vom Hotel liegt, sage ich noch halb im Scherz: „Diese drei sonnigen Minuten Fußweg gerade waren wahrscheinlich die letzten Meter unter freiem Himmel, bevor wir in Köln an unserer Haltestelle aus der KVB aussteigen.“ Um das vorweg zu nehmen: Bis auf das mit der KVB sollte ich recht behalten!
Am Hauptbahnhof Kyotos steigen wir in die JR-Linie zum Flughafen Kansai bei Osaka um und erfreuen uns noch einmal am japanischen Nahverkehr. Die 75 Minuten bis zum Flughafen gehen schnell rum, anderthalb Stunden vor dem Abflug sind wir da. Wir finden alles perfekt, stehen nach einer dreiviertel Stunde schon am Gate und warten auf unsere 747. Der Flug ist laaangweilig, weil schlafen sollte man ja nicht unbedingt von Ost nach West. Da wir die ganze Zeit „mit der Sonne“ fliegen ist es immer hell draußen und man hat wenigstens was zu gucken. Das Inseat-Entertainment reißt mich nicht vom Hocker. Die Lufthansa sollte wirklich langsam mal auf kleine HD-Bildschirme umrüsten, die Auflösung ist grottig und der Touchscreen reagiert auch nur mit viel Geduld. Außerdem haben wir die wohl älteste Flugbegleiterin der Welt erwischt (locker jenseits der 60). Nicht nur, dass sie vieles vergisst und sehr zittrige Hände hat, sie schüttet auch noch einen halben Kaffee über Rebekka und verschwindet ohne Entschuldigung. Bringt dann aber nach 45 Minuten (echt!) ein Frischetuch vorbei und fragt, ob alles in Ordnung sei. Zis!
Immerhin waren die Mahlzeiten wie immer sehr lecker und der Flug bis auf ein paar kleinere Turbulenzchen sehr ruhig. Pünktlich um 18 Uhr landen wir nach elf Stunden Flug in Frankfurt, natürlich immer noch am Samstag. In Kyoto ist es jetzt schon ein Uhr Nachts.

Lustiges Kleines Suchbild vom Gate am Flughafen Osaka. Finde den Fehler! Ja, man muss schon genau hinsehen …

Gemeinsam mit zahlreichen Japanern irren wir durch die Hallen dieses irre großen Flughafens. Wer zur Hölle braucht so viel Platz? Und wenn er schon da ist, warum wird er nicht ordentlich ausgeschildert? Wir müssen zum Air-Rail-Terminal, um unseren ICE nach Köln zu nehmen. Aber find das mal! Und wir sind nicht die dümmsten, haben bereits einige Flughäfen gesehen – auch diesen hier. Auf dem kilometerlangen Irrweg versuchen wir noch einem älteren japanischen Pärchen zu helfen, seine Koffer zu finden. Doch wir scheitern und verweisen sie an einen Angestellten des Flughafens. Zehn Minuten später sehen wir sie an der Beschwerdestelle stehen, immer noch ohne Koffer. Wir bitten die Angestellten dort, sich um die beiden zu kümmern. Denn sie sprechen kein englisch und erst recht kein deutsch.

Saionara Japan! Es war großartig!

50 Minuten (!!) nach der Landung erreichen wir das Air-Rail-Terminal. Hier sollen unsere Koffer schon auf uns wart… ah, da sind sie ja! Als einzige Koffer im Raum stehen unsere beiden dicht zusammen vor einem kleinen Counter. Ich zeige dem Mitarbeiter dort unsere Gepäckabschnitte, er nickt und ich greife mir die beiden Dinger. Nix wie raus hier. „Halt, gehen Sie bitte durch die Zollschleuse!“ Was? „Die Zollschleuse, da vorne“. Er weißt auf ein kleines Tor. Nur drei Stangen ohne Tür, mitten im Raum. Kein Zollangestellter weit und breit. Wenn man da durch geht, geht man links neben seinem kleinen Counter in die Halle zurück. Ich wollte rechts am Counter vorbei in die Halle zurück. Er ist tatsächlich der einzige Mensch im Raum außer uns! Na ja, was solls, gehe ich halt durch das kleine Zolltor raus. Drei Minuten später stelle ich die Koffer ab, wir wollen noch einen Kaffee besorgen, der Zug kommt erst in einer Stunde. Moment mal, einer der Koffer sieht unserem verdammt ähnlich, aber er ist es nicht! Schnell hetze ich zu dem Mann an der Gepäckausgabe im Air-Rail-Terminal zurück, um die Koffer zu tauschen. Aber unserer ist nicht da. „Geben Sie mir noch mal ihre Gepäckabschnitte bitte. *Tipp, tipp, klick klick* Jaaa, ihr zweiter Koffer ist noch nicht da, den können sie dann später abholen.“ Später? Hoffentlich noch, bevor unser Zug kommt?
„Ja, das könnte klappen.“ Am Gleis trinken wir Kaffee und warten. Nach einer halben Stunde gehe ich wieder rauf zum Gepäckschalter, dort sitzt inzwischen jemand anderes. Und unser Koffer steht einsam und alleine herum, juhu! „Geben Sie mir bitte ihren Gepäckabschnitt“. Hier bitte. „Ja, das ist ihrer.“ Ich weiß, ich gehe dann mal. „Halt! Gehen Sie bitte durch die Zollschleuse“ …

Unser ICE kommt nur lächerliche fünf Minuten zu spät. Nur noch eine Stunde bis Köln, yes! Beim ersten Halt in Siegburg allerdings geht’s irgendwie nicht weiter. „Verehrte Fahräste, wir haben ein technisches Problem. In etwa zehn Minuten setzen wir unserer Fahrt fort“. Na, auf die kommt’s auch nicht mehr an. Zehn Minuten später dann (Original): „Verehrte Fahrgäste, unser Zugführer hat auf dem Weg hierher, naja, hat er ein Tier überfahren und muss jetzt … ausgewechselt werden. Wir warten derzeit auf den neuen Lokführer und werden in etwa 30 Minuten …“ Jetzt wird es laut im Zug. Schnell hetze ich zur Zugbegleiterin und frage, ob man mit unserem Ticket nicht auch einen anderen Zug nehmen könnte. „Doch, klar – auf Gleis 2 der 21.14 nach Köln HBF, der kommt in zehn Minuten!“
Gleis 2 ist gleich gegenüber, wie praktisch! Das Gepäck raus wuchten, mit dem Schaffner Witzchen über den labilen Zugführer machen, eine Rauchen, warten. 21.14 … wo bleibt denn der Zug? Hmn, moment mal, wieso steht drüben an Gleis 1 eigentlich so eine Masse an Leuten? Wir schauen auf die Abfahrtstafel. 21.14 Uhr, Köln HBF ab Gleis 1 steht da. Gnargh!! Wir rennen samt Gepäck zum Aufzug, runter in den Bahnhof, zur Rolltreppe, wieder hoch auf Gleis 1 und lesen auf der Anzeigetafel „Der RE nach Köln wird voraussichtlich 9 Minuten später …“

Um 22.15 Uhr schließe ich die Haustür auf – aber nur, weil wir uns am Kölner HBF ein Taxi gegönnt und auf die KVB verzichtet haben. Das hätte nicht auch noch sein müssen.

Willkommen zurück!
Wann geht’s wieder los?

Damit es heute am Abreisetag nicht ganz so leer in der Fotogalerie wird, habe ich einige lustige Schilder und Plakate dazu sortiert. Sie illustrieren den Niedlichkeitswahn (Kawaii) in Japan recht gut.

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