Train to Busan – Zombies essen Südkorea auf

Zugegeben: Ich bin ein alter Zombie-Nerd, und wie. Zwar können die ganz alten Romero-Schinken mich nicht unbedingt hinter dem Ofen hervorlocken. Aber ich stehe dennoch schon so lange auf Untote, dass „28 Days later“ (2002) für mich immer noch als Beginn „der neuen Ära“ gilt. Und was ist in den letzten Jahren nicht alles an Zombie-Streifen herausgekommen! Fast jeder ist schon längst auf den Zug aufgesprungen, teils erfolgreich, teils als übler C-Movie Abklatsch.
Dementsprechend waren meine Erwartungen nicht wirklich hoch, als ich erstmals von „Train to Busan“ Wind bekam, einem Zombie-Thriller aus Südkorea.

Dort kam er im Sommer 2016 in die Kinos. Heute habe ich ihn mir endlich mal in der (guten) deutschen Synchronisation zu Gemüte führen können – und bin begeistert! Wenn man bedenkt, dass der Streifen mit nur rund 8,5 Millionen Dollar ein sehr überschaubares Budget besaß (gemessen an der Menge von Schauspielern, Statisten und der CGI), können sich die Produzenten nur auf die Schultern klopfen. Denn er hat bereits ein Vielfaches in Kinos weltweit eingespielt und wird jetzt auch auf BlueRay bzw. in all den Streaming-Diensten sicherlich noch eine große Schippe drauflegen.

Ein Wort zur Story, ohne zu spoilern: Der vielbeschäftigte Fonds-Manager Seok-woo möchte seine Tochter an ihrem Geburtstag mit dem Schnellzug KTX von Seoul nach Busan im Süden des Landes bringen, damit die kleine Su-an dort ihre Mutter besuchen kann. Die hat sie nach der Trennung ihrer Eltern kaum mehr gesehen. So weit, so trivial. Demnach ziehen sich die ersten zehn Minuten des Films ein bisschen. Aber kaum sitzen die beiden am frühen Morgen im Zug, nimmt das Unheil seinen Lauf. Während Papa selig einschlummert, beobachtet Su-an durch das Fenster, wie ein Bahn-Mitarbeiter von einem Wilden angefallen wird.

Von da ab geht’s Schlag auf Schlag. Natürlich haben die Autoren dem Schnellzug die üblichen Charaktere in die Sitze geschrieben: den Haudegen, den super-egomanischen Bösewicht und so weiter. Doch das Klischee blitzt nur selten einmal kurz durch und ist gut zu ertragen. Vor allem der exzellente Schnitt macht „Train to Busan“ zu einem wahren Teufelsritt, dem man sich kaum entziehen kann und der bis zum etwas untypischen Schluss ans Sofa fesselt.

Am meisten hat mich begeistert, wie man auch heutzutage noch mit einfachen filmischen Effekten Thrill erzeugen kann. Bestimmten Szenen sieht man an, dass sie lediglich schneller gedreht wurden, um dem ganzen Drive zu verpassen. Aber es funktioniert! Auch das Make-Up ist sehr gut gelungen. Der Gore-Faktor ist gemäßigt, was sicherlich auch dem Budget geschuldet ist. Somit sind echte Ekel-Szenen eher rar, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut. „Train to Busan“ hat es tatsächlich geschafft, in meine persönliche „Top 10“ der Zombie-Streifen einzuziehen.

Ausschnitt aus Filmplakat im Header: Next Entertainment World Co., Ltd

 

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