Northwest at it’s best – Reisebericht USA 2017 / Tag 6

TAG 6 / OREGON COAST
Donnerstag, 25.05.17

Ecola State Park, der Haystack Rock, die Tidal Pools und viel salzige Luft um die Nase: Heute wollen wir einen der bekanntesten und schönsten Abschnitte der Oregon Coast entdecken. Das Wetter passt schon mal: blauer Himmel, Sonne, allerdings am Morgen nur 15 Grad. Egal, dafür gibt’s Windjacken.

Gleich gegenüber der kleinen Bar fast neben unserm Motel in Manzanita ist eine Öko-Bäckerei. Dort jage ich ein viel zu gesund schmeckendes, dafür sauteures Frühstück. Morgen machen wir uns wieder einfach Brote selbst, ist billiger und besser. Aber jetzt ab in den SUV und die zwanzig Minuten rauf in den Ecola State Park bei Cannon Beach. Dort erwartet uns für fünf Euro Zufahrtsgebühr erst einmal ein Parkplatz, der fast schon perfekt ist: Denn daneben gibt’s jede Menge Picknickbänke auf einem großen Hügel mit Wiese. Der Blick geht weiter runter aufs Meer, das an den Strand rauscht und gegen Felsen kracht. Sehr schön hier.

Aussichten aus dem Ecola State Park

Auf toten Bäumen herumlümmeln
Der Wanderweg entlang der Küste ist leider wegen Erdrutschen gesperrt. Wir versuchen, von dem Hügel hinunter zum Strand zu klettern, scheitern aber auf halber Höhe. Es ist ziemlich steil und auch der kleine Trampelpfad hört irgendwann auf. Doch da unten sind Angler, es muss also möglich sein. Irgendwann geben wir auf und treten den Rückweg an, um ein kleines Stück in den Park zurück zu fahren und dann zum Indian Beach abzubiegen.

Ein herrlicher Strand. Ein kleiner Bach kommt aus dem dichten Wald und schlängelt sich zur Brandung, von Sonne, Wasser und Salz weiß gegerbtes Driftwood liegt überall herum und es ist verdammt friedlich hier. Bestimmt eine Stunde liegen wir auf ein paar mächtigen toten Baumstämmen, genießen Meer und Sonne (die inzwischen schön warm geworden ist).

Irgendwann treten wir den Rückweg zum Auto an, verlassen den Park und fahren nach Cannon Beach hinein. Dort ist es um einiges größer und auch etwas „feiner“ als in Manzanita. Man merkt schon, dass Touris hier die Haupteinnahmequelle sind. Nicht nur an der recht großen Touri-Info, in der uns eine Dame sehr nett alles Wissenswerte rund um Cannon Beach und seine Hauptattraktion – den Haystack Rock – erklärt. Wir dürfen sogar eine halbe Stunde auf dem „10-Minuten-Parkplatz“ vor der Info parken, um gegenüber noch schnell in den Supermarkt zu hüpfen. Überhaupt haben die hier ein komisches Park-Konzept: Es ist im ganzen Ort kostenlos, aber es wird nach Überschreiten der Zeitlimits des jeweiligen Platzes rigoros abgeschleppt.

Cannon Beach Haystack Rock und Strand

Die Seesterne sind tot
Inzwischen ist es Nachmittag geworden und wir bringen unsere Einkäufe erst einmal zurück in unser Motel in Manzanita. Dort öffnen wir die Balkontür und gönnen uns ein kleines Schläfchen mit Meeresrauschen im Hintergrund. Man muss ja auch mal faul sein dürfen im Urlaub. Der Plan für heute Abend sieht so aus: Bei Mo’s, einem von zwei (!) Restaurants mit Meerblick in Cannon Beach obwohl der Ort locker 30 Restaurants und Eateries hat, wollen wir etwas essen und dann zum Haystack Rock, wo abends um sieben bei Ebbe die berühmten Tidal Pools mit ganz viel buntem Meeresgetier darin zu sehen sein sollen. Dann wollen wir bis zum Sonnenuntergang, der erst weit nach neun Uhr ist, am Strand spazieren gehen.

Tidal Pool-Forscher in der Abendsonne am Haystack-Rock

Das Essen bei Mo’s ist okay. Ich bleibe beim Burger, während Rebekka sich einen Clam Chowder eintrichtert. Als wir am Rock ankommen, ist der Höhepunkt der Ebbe schon überschritten und langsam kehrt die Flut zurück. Es gibt zwar Tidal Pools um den Felsen herum, aber darin sind nur ein paar wenige Anemonen zu sehen. Keine der leuchtend bunten Seesterne. Eine der Naturschützer, die dort für Erklärungen bereitstehen, wird von uns interviewt. 95% der dort lebenden Seestern-Population, sagt sie, sei in den letzten Jahren an einem Virus eingegangen. Die wenigen, die es noch gebe, lebten etwas tiefer im Wasser und könnten nur bei sehr tiefer Ebbe gesehen werden. Und die Papageientaucher, die am Haystack leben, würden um diese Zeit schon schlafen und seien am besten Morgens zu beobachten.

Na vielen Dank, Natur! Einfach so wegsterben oder schlafen. So hatten wir uns das aber nicht vorgestellt. Von einem sehr, sehr schönen Sonnenuntergang werden wir später entschädigt, da lasse ich mal wieder lieber Bilder sprechen. Aber Vorsicht – könnte leicht kitschig werden 😉

HOTEL-CHECK
Manzanita ist teureren Orten wie Cannon Beach rein preislich vorzuziehen. Viel los ist dort allerdings nicht. Wer nur eine Ausgangsbasis und ein Bett sucht, ist hier also gut bedient – vor allem im Sunset Surf Motel ! Es liegt unmittelbar am Strand, hat tolle, große Zimmer mit Balkonen aufs Meer hinaus und einen großen Pool. Eine kleine Küchenzeile war auch dabei. Und der Elektrokamin ist nicht nur Heizung in frischen Nächten sondern auch ein kleines Extra Gemütlichkeit. Wirklich zu empfehlen – in allen Belangen!


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4 thoughts to “Northwest at it’s best – Reisebericht USA 2017 / Tag 6”

  1. Richtig schöne Fotos ! Ich bedauere schon, dass ich den Ecola Park nicht besucht habe. Das Sunset Surf Motel merke ich mir für´s nächste Mal vor, klingt auf jeden Fall besser als mein Motel 6 in Seaside. Cannon Beach ist so toll, da muss ich nochmal hin. Überhaupt ist Oregon ein Traum ! Und mir hat die Chowder im Mo´s sehr gut geschmeckt 😉 Ich mach mich jetzt mal an die anderen Berichte von Dir zum PNW…

    LG, Schwerti

    1. Hey Schwerti! Vielen Dank für Dein Lob! Aber den Ecola Beach kannst Du Dir ja dann für das nächste Mal vormerken. Wenn ich eins in unseren USA-Urlauben gelernt habe ist es, dass man sowieso immer wieder kommt … 😉

  2. Sehr coole Bilder! Dass dieser Part der USA sehr schön sein soll, habe ich bereits gehört, aber jetzt habe ich auch eine Vorstellung davon. 🙂 Habe jetzt richtig Lust bekommen dorthin zu reisen. Vielen Dank dafür.

    Viele Grüße
    Eleonora

    1. Wie schön, dass ich Dir einen Eindruck vermittelen konnte! Ja, lohnt sich sehr dort. Ist halt nicht alles rote Steine oder New York da drüben.

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