Vorsicht vor Wohnungsanzeigen-Betrug in Köln

Betrüger lauern überall, vor allem im Internet. Kennt man. Aber diese Masche war mir neu – und deswegen möchte ich davor warnen.

Nach meinem Familienzuwachs stromere ich ab und an durch die gängigen Immo-Portale, um nach Wohnungskauf-Angeboten zu schauen. Das ist in Köln, wenn man nicht gerade im Lotto gewonnen hat oder 10.000 Euro im Monat verdient, allerdings ein sehr freudloses Unterfangen.

Umso erstaunter war ich, als ich auf immowelt die Anzeige für eine traumhafte Wohnung in Köln-Müngersdorf erblickte. Toll gelegen, vier Zimmer, Loftartig, Terrasse, 2008 gebaut – und das alles für 189.000 Euro. Provisionsfrei, da von privat! Wahnsinn, kann doch gar nicht sein?

Trotz meiner Skepsis bat ich per Immowelt-Formular um einen Besichtigungstermin und erhielt auch prompt am nächsten Tag eine Mail von einer gewissen Sonia LaJoie (sonialajoie18@gmail.com). Sie erkundigte sich in nicht ganz astreinem Deutsch, ob ich immer noch an der Wohnung interessiert sei und ob ich künftig auf Englisch mit ihr kommunizieren könne, sie sei Französin und ihr Deutsch nicht perfekt.

Klar konnte ich und antwortete. Wurde allerdings noch skeptischer, da die Wohnungsanzeige inzwischen nicht mehr aufrufbar war. Heute erhielt ich wieder eine Mail von ihr. Eine lange Mail. Ich fasse kurz zusammen: Sonia lebte einige Jahre in Deutschland, zog dann nach London, braucht die Wohnung in Köln nicht mehr, möchte sie über einen Treuhandservice verkaufen und dieser würde gerne einen Besichtigungstermin mit mir vereinbaren. Als Legitimation, dass alles mit rechten Dingen zugehe, hing eine Kopie ihres Personalausweises an.

Mit der Bitte – und jetzt kommt’s – ihr auch eine Kopie meines Ausweises zu schicken. Für die Treuhandfirma, als Sicherheit wegen des Besichtigungstermins. Ja nee, ist klar. Ich begann zu recherchieren und fand unter anderem diesen Artikel und diesen Artikel über Betrügereien auf Immobilienportalen.

Auf dieser Seite sammelt jemand sogar solche Betrügereien, leider scheint sie seit einem Jahr nicht mehr gepflegt zu werden. Dennoch fand ich dort auch die gute Sonia wieder, zumindest ihr Foto in einer Ausweiskopie. Allerdings hieß sie plötzlich ganz anders.

Entweder hätten die Betrüger also mit meiner Identität ein paar Betrugsanzeigen geschaltet oder später noch irgendwelche Gelder im voraus verlangt. Dumm, wer darauf reinfällt. Aber bei der derzeitigen Wohnungssituation vielleicht auch verständlich, wenn jemand nach jedem Strohhalm greift.

Wie auch immer: Seid gewarnt liebe Kölner, und sicherlich auch jeder andere Bewohner einer Metropole mit explodierenden Preisen!

8 thoughts to “Vorsicht vor Wohnungsanzeigen-Betrug in Köln”

  1. Offenbar bezieht sich die beschriebene Masche nicht nur auf Miet-Angebote!

    Ich habe im Raum Frankfurt / Darmstadt soeben gleiches im Bezug auf ein Haus erlebt.

    Die Eckdaten scheinen zu schön um wahr zu sein:
    , – 64291 Darmstadt, Arheilgen;
    6,00 Zimmer. | 250,00 m² | 365,00 m² Grundstücksfläche;
    Einfamilienhaus | Außenstellplatz | Baujahr: 1940 | Saniert | Gehoben | Zentralheizung;
    Preis: 170.000 €

    Interessanter Weise gibt es das Objekt tatsächlich unter der Adresse und passt zu den Bildern in der Anzeige!
    Das Objekt ist aktuell locker zum doppelten oder gar dreifachen Preis zu verkaufen.

    Wie bereits beschrieben war die Anzeige auf dem Immobilienportal nach 1-2 Tagen wieder offline.
    Auf die bereits gestellte Anfrage wurde mit exakt gleicher Herangehensweise via Mail geantwortet (Name / ID / Mail-Adresse stimmen exakt überein).

    Neben dem „zu schön um wahr zu sein“ war auch suspekt das im englisch verfassten Teil der Antwort direkt nach der finanziellen Situation gefragt wurde.
    Zitat: „Also, I would like to ask you how do you intend to purchase the property? Can you pay cash or do you need financing?“
    …völlig irrelevant für den Verkäufer – insbesondere beim Erstkontakt.

    Grundsätzlich stehe ich Angeboten mit dem Prädikat „zu schön um wahr zu sein“ sehr skeptisch gegenüber – allerdings habe ich doch eine Weile gebraucht mich gegen eine weitere Interaktion zu entscheiden.
    Die Recherche nach der Mail-Adresse brachte mich auf diesen Post.

    @ tribaleye: Danke für deinen Post und die Entscheidungshilfe!

    1. Freut mich sehr, wenn ich helfen konnte! Hoffentlich lesen noch andere potentielle Opfer diesen oder einen der anderen Beiträge, bevor sie antworten oder sogar Vorauszahlungen leisten…

    2. Danke für die Info! Wir haben uns auf die Anzeige für das Haus in Darmstadt auch gemeldet und diverse Mails von Sonia bekommen. Habe bereits mit dem LKA telefoniert und werde bei der Polizei Anzeige erstatten. Das ist definitiv (versuchter) Betrug… Eigentlich ja klar – im nachhinein ist man immer schlauer

  2. Noch ein kleiner Hinweis.
    Das Haus was im vorigen Post zum Verkauf stand ist auf einem anderen Portal auch zur Miete angeboten worden – ebenfalls weit unter Preis.

    Gruß Pete

  3. Vielen Dank für Ihren Blog. In Immonet haben meine Frau und ich auf eine sehr günstige Anzeige für ein Haus in Heidelberg-Neuenheim geantwortet. Die angebliche Hauseigentümerin hat eine Email mit dem Namen „Sonia Lajoie“ verschickt. Nach kurzer Internetrecherche bin ich auf Ihren Blog-Eintrag gestoßen und habe umgehend das LKA Baden-Württemberg informiert. Ob man dort tätig werden kann, weiß ich nicht.
    Nachmals vielen Dank.
    A. Lüders, Mannheim

  4. Hallo,

    Wir hatten jetzt ähnlichen Fall, mit gleichem Passport. Bei uns ging es um ein Haus in Essen Bredeney, 250.000 sollte es kosten. Nächsten Morgen war die Anzeige bei Immonet raus. Wie auch eine weitere Immobilie. Diese war in Wuppertal.
    Haben uns geärgert und gut war. Einen Tag später doch unverhofft eine Email.
    Wir kamen bis zur Bitte um den Personalausweis doch bitte einzuscannen.
    Waren skeptisch, aber irgendwie noch nicht so wach. Haben uns dann vorgenommen, die Immobilie einfach mal von außen zu besichtigen.
    Als wir dort ankamen, Schock! Die Immobilie war vermietet. Vor uns kam noch ein Herr an, der genau den gleichen Emailverlauf hatte mit einer LOUISE GARNET.
    Der Mieter vor Ort sagte uns das es bereits vor einem Jahr so Ärger gab und nannte uns die eigentliche Besitzerin. Diese hat bereits Anzeige erstattet.
    Bedient hat sich die gute „Louise“ wie auch immer die Person wirklich heißt, auf einer Plattform namens „mapio.net“.
    Dort wurde das Haus damals von der wirklichen Vermieterin inseriert, zur Miete! Fotos etc waren noch zu finden obwohl die Annonce bereits inaktiv ist.
    Dann fiel es mir wieder ein, das andere Objekt. Die Überschrift der anderen Annonce von Immonet kopiert und dann aus allen Wolken gefallen! Auch dieses Haus stand mal bei Mapio.net drin. Auch auf Mietersuche. Der gleiche Ablauf. Dort habe ich leider noch nicht dem wahren Besitzer erreicht.
    Wir fühlen uns arg für dumm verkauft, aber wenn man wirklich grad verzweifelt sucht, gibt es sicher den ein oder anderen, der darauf rein fällt.
    Wenn ich das Bild des Passports bei Google suche, finde ich zig Ausweise, mit Warnungen. Die führen fast in das Jahr 2010 zurück!
    Mir fehlen nur die Worte.

  5. Hallo und vielen Dank,

    auch bei uns die gleiche Masche. Wir waren erst wenig skeptisch, aber bei diesem Hauskaufangebot in Leipzig – Lindenau dachten wir es einfach mal zu versuchen. 170.000 Euro für ein Einfamilienhaus mit 194m2 war ein spitzen Angebot.

    Wir kontaktierten ebenfalls Louise Garnet und bekamen schnell Antwort. Da wir sie angeblich Französin sei freuten wir uns, dass wir ggf. alle auf Französisch abwickeln könnten, da wir dies besser sprechen als Englisch. Darauf ging sie aber gar nicht erst ein und antwortete auf Englisch. Dann haben wir uns die Gegend und das Haus angeschaut, wir waren neugierig und dann waren wir noch mehr verwundert, da das Haus nämlich bewohnt ist.

    Diesen Ausweis haben wir auch von ihr bekommen, mit gleichem Bild. E-Mail: louisegranet1@gmail.com

    Also FINGER WEG!!!

    P.S. die Website des Anbieters ERA Real Estate ist ebenfalls merkwürdig, da es dazu nicht einen indizierten Eintrag bei Google [ https://www.google.de/search?q=site%3Aera-eu.com ] gibt und für den der Online etwas verkauft ist das ebenfalls ein NoGo.

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