Horror-Beauty-Shopping in Tokyo

Vielleicht kein Land ist Deutschland in vielem so ähnlich und gleichzeitig so komplett verschieden wie Japan. Wir kopieren gerne voneinander, das merkt man unter anderem im Beauty-Bereich. Wird hierzulande der Manga- und „Decora Kei“-Style immer hipper, ist in Japan wiederum alles angesagt, was aus dem Westen kommt. Westler gelten als Schönheitsideal. Und viele Japaner(innen) möchten sich diesem für sie exotischen Aussehen anpassen, so weit das eben möglich ist. Auch wenn es weh tut …

Beauty-Produkte in einem Tokyoter Drogeriemarkt – die skurrile Auswahl ist unendlich und knallbunt präsentiert.

Man braucht nur durch die unzähligen und immer in hellstem, knallend neonweiß beleuchteten Drogerie- und Beautyshops Tokyos zu streifen und sieht die irrsten Produkte. Dabei werben fast immer westliche Gesichter auf den unzähligen Schildern und Verpackungen, deren Flut für unsere Augen eher verwirrend ist, als das sie zum shoppen einladen würde. Hier ein paar meiner schönsten und verrücktesten Fundstücke …

 

Der Nasenhaar-Pömpel

Waaah, ist das eklig! Wer sich diese Masse in die Nase steckt und einwirken lässt, wird beim herausziehen ähnlich aufschreien wie die beiden erschrockenen Europäer auf der Verpackung. Das Zeug entfernt die Nasenhaare – aber nicht nur die vorwitzigen Härchen die herausschauen, sondern komplett! Zwar müssen die irgendwo auch nützlich sein, schließlich wohnen sie nicht umsonst im Zinken (Stichwort: Schmutzfilter), aber sie sehen für Japaner halt nicht aus, auch wenn man sie nicht sieht! 

 

Die Lächel-Maschine

Ein schönes, breites Lächeln wie die Hollywoodstars, das wär’s doch! Ein Beauty-Traum vieler Japanerinnen soll mit diesem Produkt Wirklichkeit werden. Fünf Minuten am Tag Training mit diesem „Mini Expander“ für die Mundwinkel sollen schon reichen, um aus dem eher zarten Lächeln ein gewinnbringendes Lachen erzeugen zu können.

 

Der Gesichtsstraffer

Das Kinn sackt so langsam ab, die Wangen hängen? Kein Problem – schließlich gibt es den praktischen Gesichts-Straffer aus Silikon zum überziehen! Dieses Gerät soll praktisch im Schlaf ein straffes, jugendliches Gesicht zaubern. Fragt sich nur, wie man mit dem unbequemen Teil auf dem Kopf ein Auge zumachen soll. Man beachte übrigens das „Vorher“-Bild des traurigen Hundes mit hängenden Lefzen (und Schleifchen!) oben links. 

 

Kampf den Hornhaut-Fetzen

Jetzt wird es eklig: Hornhautentferner! Klar, die gibt es auch bei uns. Aber: Würden wir mit solchen Bildern im Drogeriemarkt nebenan dafür werben? Nein, eher nicht. 

 

Der Augenlid-Trainer

Eine Falte über dem Augenlid, das ist so was von westlich! Die hätten viele japanische Beautyqueens auch gerne! Es gibt dort tatsächlich Schönheits-OPs, um dieses „Problem“ zu lösen – und die sind heiß begehrt! Wer dazu aber weder Geld noch Lust hat, der holt sich im Drogeriemarkt einen solchen „Augenlid-Trainer“. Angeblich wenige Minuten täglich sollen helfen, eine amtliche Augenlid-Falte entstehen zu lassen. 

 

Das Fake-Augenlid

Es muss aber gar nicht so schweißtreibend trainiert werden, um eine Augenlid-Falte zu produzieren. Dafür gibt es schließlich auch Produkte wie eine große Auswahl von verschiedenen Helferlein. Diese kleinen Plastikstäbchen hier werden zum Beispiel einfach feste über dem Auge angeklebt und produzieren so von selbst eine fast echt aussehende Falte. Dann nur noch überschminken und voila! 

 

Der voluminöse Wangenstraffer

Was war Ihr erster Gedanke? Ganz ehrlich!? Nein, das hier ist kein Sex-Toy aus dem BDSM-Bereich, sondern ein Wangenstraffer. Wer tatsächlich so wagemutig ist, sich diesen voluminösen Gummiknubbel in den Mund zu stecken und durch selbigen zu atmen, pumpt dabei immer wieder ordentlich die Backen auf. Das macht straff! Oder? 


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One thought to “Horror-Beauty-Shopping in Tokyo”

  1. Unglaublich, unglaublich 😀 Habe mich mal etwas mit Japan beschäftigt, Filme gesehen, Kendo gemacht, bis es mir zu seltsam wurde: es gibt diese gewisse Ähnlichkeit, aber dann kommt irgendwie ein Dimensionstor und danach ist alles anders.
    Danke für den tollen Artikel, habe sehr gelacht!
    Dietmar

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