Vancouver und Vancouver Island – Reisebericht Kanada 2017 / Tag 4

TAG 4 / VANCOUVER – TOFINO
Dienstag, 16.05.17

Um halb sieben geht’s raus aus den Federn und bei Regen zu Tim Hortons zum Frühstück. Als wir da rauskommen hört es schlagartig auf. Genau so, wie es gestern zur selben Zeit urplötzlich anfing zu pladdern. Das war ein 24-Stunden-Schauer, verrückt. Bei Hortons habe ich mir übrigens einen Kaffee über mein linkes Bein gekippt. Als „Dankeschön“ für die Sauerei wollte man mir unbedingt einen neuen Kaffee ausgeben, richtig insistiert haben die da. Im Hotel packen wir unsere Siebensachen, rufen danach ein Taxi zum Autovermieter. Bei Avis nehmen wir einen noch relativ neuen Hyundai Sonata in Empfang mit allem pipapo. Ein richtiges Limousine-Schiff, obwohl ich Mittelklasse gebucht habe. Hmn, was wäre wohl Luxusklasse gewesen? Aber schönes Auto, sehr bequem. Zurück Richtung Hotel halten wir noch an einem „Canadian Tire“, einem Baumarkt. Dort gibt es in der Outdoor-Abteilung neben ziemlich vielen Waffen auch Bärenspray zu kaufen. Hochkonzentriertes Pfefferspray, das man bei Spaziergängen in der Wildnis nicht nur auf Vancouver Island dabei haben sollte, wie ich mehrmals von Reisenden und Einheimischen vor der Reise im Netz las. Sicher ist sicher. Ein Sprüh aus der Dose ins Bärengesicht und Meister Petz sucht das Weite, garantiert. Der Verkäufer ist witzig und fragt sogar nach, ob wir eher eines für Braunbären oder für Grizzlies wünschen. Denn da gibt es tatsächlich Unterschiede. Und ich muss die Dose sogar auf meinen Namen registrieren lassen, weil für Menschen ist das Zeug natürlich noch heftiger.


Vier Minuten zu spät an der Fähre

Jetzt aber schnell zum Hotel, die Koffer eingeladen und ab zur Horseshoe Bay, wo unsere Fähre nach Nanaimo auf Vancouver Island um 10.30 Uhr ablegt. Wir haben eine Reservierung, sollen aber um 10 Uhr da sein. Laut Google Navi werden wir zwei Minuten zu spät sein. Ist dann nur die Reservierung flöten und wir müssen hoffen, dass nicht zu viele Autos vor uns sind? Oder kommen wir gar nicht mehr mit? Um 10.04 Uhr erreichen wir den Counter. „Alles gut, reihen Sie sich in Nummer 7 ein“. Das tun wir und warten. Bis 10.25 Uhr, dann erst rollen die Autos langsam an Deck. Alle Aufregung war damit umsonst. Die Fähre ist recht groß, mit einem Restaurant, einem Café und sehr viel Platz zum Sitzen. Draußen stehen geht nicht – zu kalt und zu windig. Aber wir erwischen zwei Plätze am Bug gleich vor den Panoramafenstern und neben einem netten älteren Paar. Deren männlicher Part kippt seinen Kaffee auf mein rechtes Bein. Damit ist das Gleichgewicht wieder hergestellt 😉


Zwischen Nanaimo und Tofino gibt es immer weider herrliche Natur am Straßenrand zu sehen

Bilderbuch-Kanada
Etwa nach der Hälfte der Fahrt reißt die Wolkendecke auf und die Sonne beleuchtet die schöne Szenerie vor dem Fenster. Wir genießen den Ausblick bei einem Cheeseburger aus dem Schiffsrestaurant. Nach 1:40 Stunden ist Nanaimo erreicht. Im Hafen begrüßen uns ein paar Robben und gleich nachdem wir uns selbst vom Schiff entladen haben biegen wir auf einen großen Supermarktparkplatz ein, um Vorräte zu kaufen. Daneben schaue ich auch mal in einen Liquor-Store rein und besorge eine kleine Flasche Alberta Premium Roggen-Whisky, bin gespannt …

Gut drei Stunden dauert die Fahrt von Nanaimo nach Tofino. Viel Zivilisation gibt es auf dem Weg nicht, umso besser. Dafür präsentiert sich uns ein Kanada wie aus dem Bilderbuch. Schneebedeckte Gipfel vor kristallklaren Seen, Bergflüsse, das tiefblaue Meer, riesige, bemooste Bäume … Wir staunen durch bis ins kleine Tofino, dem einsamen Städtchen an der Westküste von Vancouver Island mit rund 2000 Einwohnern. Außer dem eine halbe Stunde entfernten, ähnlich großen Ucluelet, gibt es hier keine Siedlung in weitem, weitem Umkreis.


Die schönste Terrasse der Welt

Wir haben uns im Black Bear Guest House eingemietet, das Ortseingangs gleich gegenüber der Chesterman Beach liegt. Ein kleines Bed and Breakfast mit wenigen Mini-Wohneinheiten, die gleich ans große Einfamilienhaus der Besitzer rangebaut wurde. Die Vermieterin ist nicht da, niemand ist da. Dafür entdecken wir hinter dem Haus die schönste Terrasse der Welt. Auf deren Holzbohlen stehen zwei große, rote Holzstühle und der Blick geht auf einen Meeresarm, dessen Ufer vielleicht drei Meter entfernt ist. Das Black Bear liegt wirklich unmittelbar am Wasser und ich lasse hier einfach das Foto sprechen, wie unglaublich diese Aussicht ist. Irgendwann reißen wir uns los und fahren zum sehr schönen Chesterman Beach, den wir ein wenig entlang wandeln. Von dort rufe ich die Vermieterin an. Sie war nur eines der Kinder abholen und ist gleich da. Zurück am Haus winkt sie uns schon und nimmt uns sehr nett in Empfang. Die Gästezimmer gehen natürlich nicht aufs Meer hinaus, das wäre auch kaum zum Aushalten schön gewesen 😉 Unsere Einheit hat ein Schlafzimmer und einen Aufenthaltsraum, sehr nett.

Blick von der schönsten Terrasse der Welt an unserem Guest House


Weißkopfseeadler im Sonnenuntergang

Aber es wird noch pittoresker. Wir fahren die zehn Minuten nach Tofino rein und begutachten das „Zentrum“. In einem der kleinen Supermärkte erstehen wir noch Sonnenmilch, die wir komplett vergessen hatten, und folgen dann einer Spaziergeh-Empfehlung aus dem Netz. Der Tonquin Beach Trail startet unweit des Zentrums und führt durch ein wenig moosigen Regenwald auf Holztreppen zu einem kleinen, märchenhaft schönen Strand. Dort liegen, von der Natur hübsch arrangiert, viele tote, vom Salzwasser ausgebleichte Holzstämme am Strand herum. Ein kleiner Bach kommt aus dem Wald und frisst sich durch den Sand ins Meer, die Sonne steht schon tief und zwei Weißkopfseeadler kreisen über die Szenerie. Wer jetzt entzückt „Oooohhh …“ vor sich hinsummt: Ja, genau so!

Zurück in der „Stadt“, die quasi nur aus Holzhäusern besteht, schauen wir lange am Pier dem Sonnenuntergang zu, bevor wir ins auf Pfählen im Meer stehenden „Icehouse“ zum Abendessen gehen. Location: top! Aussicht: hammer! Essen: muss nicht und teuer. Gegen 22.30 Uhr zurück im Black Bear ist schon überall das Licht gelöscht. Leise tapsen wir über den Hof in unsere „Wohnung“. Drinnen bemerken wir, dass das Waschbecken leider nicht funktioniert. Man hat eine Schüssel drunter gestellt, die das Wasser auffängt. Na ja, morgen … Immerhin läuft die große Dusche reibungslos. Auf diesen Tag gießen wir uns einen Alberta Premium ein und als ich draußen noch eine rauchen gehe, sehe ich einen der grandiosesten Sternenhimmel, die mir je in die Pupille geschienen haben. Ist ja auch klar – Lichtverschmutzung gibt’s hier nicht.


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2 thoughts to “Vancouver und Vancouver Island – Reisebericht Kanada 2017 / Tag 4”

  1. Hallo
    Wunderbar und sehr gut gemacht.
    Wir werden vom 1.7-1.8.2018 in Kanada unterwegs sein.
    Dazu kommen drei Tage Tofino, Victoria und Vancouver
    Freuen uns auf die Natur usw.

    1. Hey „Kunz“ – freut mich, dass Dir dieser Bericht gefällt. Drei Tage für Tofino, Victoria und Vancouver zusammen ist vielleicht ein bisschen eng, aber Du kannst Dir hier ja die Highlights zusammenstellen 😉 Gute Reise!

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