Vancouver und Vancouver Island – Reisebericht Kanada 2017 / Tag 5

TAG 5 / TOFINO
Mittwoch, 17.05.17

Sollte man eigentlich ordentlich frühstücken, bevor es auf Whale Watching Tour geht? So ein Pazifischer Ozean kann ja auch ganz schon schwappen, zumal es heute bedeckt ist und ein wenig Wind geht … Ach, was soll’s! Unser Vermieter schickt uns ins Rainforest Café eine Einfahrt vom Highway weiter. Wahrscheinlich Bekannte von ihm, am Essen kann die Empfehlung jedenfalls nicht gelegen haben. Sollte hier jemand einen Tipp für Frühstück in Tofino suchen – gleich kommt ein besserer.
Um viertel vor zehn stehen wir nach kurzer Fahrt in Tofinos „Zentrum“ vor der Whale Watch Agentur. Und auch wenn es ungewöhnlich ist, möchte ich darum bitten, auf diesen Link hier zu klicken. Denn über das Wale gucken in Tofino habe ich einen eigenen Bericht geschrieben, sonst wäre es hier zu lang geworden. Trotzdem gibt es unten in der Galerie natürlich alle Fotos der Tour zu sehen.

 

Dieser Kollege schwamm mal eben unter unserem Boot hindurch und tauchte dann auf

 

Nach den Walen sollst Du wandern
So eine Bootstour, bei der man permanent das Gleichgewicht halten und trotzdem freihändig fotografieren muss, schlaucht ganz schön. Eigentlich hat man ja nicht viel „getan“, und trotzdem fühlt es sich an, als habe man Sport gemacht. Aber der Tag ist noch relativ jung. Es ist gerade mal 14 Uhr, als wir das Büro der Aquatic Safaris verlassen. Und wir haben Hunger! Spontan entern wir den nicht weit entfernten (in Tofino ist nichts weit entfernt) Common Loaf Bake Shop. Sehr „gesund“ und sehr organisch hier alles („Braucht Ihr ’ne Papiertüte? Weil, wenn Ihr gleich vor der Tür essen wollt, nehmt doch bitte ’nen Teller“) – trotzdem lecker. Hier werden wir morgen auch zum Frühstück aufschlagen, so viel ist sicher.

Danach sind wir erst einmal eine halbe Stunde on the road zum einzigen Nachbardorf, das Tofino zu bieten hat: Dem nicht minder kleinen Ucluelet. Dort wollen wir den „Lighthouse Loop“ des „Wild Pacific Trails“ gehen. Wir halten nur kurz am Black Bear, um noch etwas in der Unterkunft zu holen. Dabei werfen wir natürlich einen Blick von der schönsten Terrasse der Welt und sind überrascht – das Meer ist weg! Klar, Ebbe. Vielen Dank, ich bin ja noch nicht ganz blöd. Aber ich hätte nicht gedacht, dass dieser gesamte Meeresarm völlig trocken gelegt würde. Jetzt sieht man auch, dass das Wasser hier geschätzt nur einen halben bis vielleicht maximal zwei Meter hoch steht. Wie gesagt – geschätzt. Aber theoretisch müsste man bei Flut vom Black Bear aus fast bis zum anderen Ufer durchwaten können.


Regenwald an schroffer Küste

Der Trail in Ucluelet ist gut zu finden weil ordentlich ausgeschildert. Zudem startet und endet er an einem Parkplatz etwas außerhalb des Ortes. Die schöne Strecke führt durch den Regenwald (das darf man sich jetzt natürlich nicht so vorstellen wie im brasilianischen Dschungel, siehe Bilder) und dabei immer wieder an der schroffen Felsküste vorbei. Mal fast auf Meereshöhe, mal viele Meter über ihr. Die Ausblicke wären sicher noch schöner, wenn es nicht nach wie vor bedeckt und alles in ein milchig graues Licht getaucht wäre.

Der Lighthouse Loop, der natürlich auch an seinem, allerdings wenig spektakulären, Namensgeber vorbeiführt, bietet alle paar Meter (tatsächlich) eine Bank, gestiftet von irgendwem. So kann man, wenn man denn möchte, die verschiedenen Ausblicke auch immer im Sitzen genießen. Obwohl wir nicht viel auf den Bänken herumlungern, brauchen wir für die knapp drei Kilometer doch fast zwei Stunden. Es geht auch manchmal ganz schön bergauf und ja, natürlich sind einige Fotostopps enthalten gewesen.

Auf dem Lighthouse Loop in Ucluelet

 

Okonomiyaki und Stillarbeitsphase
Als wir wieder im Hyundai sitzen sind wir ganz schön mein fertig. Verrückt. Nur ein bisschen Bötchen gefahren und etwas spazieren gewesen und trotzdem völlig im Eimer. Zurück in Tofino entscheiden wir uns um 19 Uhr, also recht früh für unsere Verhältnisse, für ein Abendessen im „Kuma“. Ein japanisches Restaurant hier am kanadischen Arsch der Welt – wir sind gespannt. Eine halbe Stunde Wartezeit auf einen freien Platz verbringen wir mit einem kleinen Spaziergang. Und das Warten hat sich gelohnt: Ich hatte im Kuma das beste Okonomiyaki seit Hiroshima. Okay, ich hatte diesen leckeren Klumpatsch bisher auch nur in Hiroshima, aber dort ist eben die Okonyomiyaki-Hochburg und wenn die in Tofino schon nahe herankommen, kann das nur als Empfehlung gewertet werden (und psst – recht günstig ist es im Kuma außerdem).

Der Sonnenuntergang am Hafen fällt heute aus wegen ist nicht. Die Wolkendecke ist einfach zu tief. Müde fahren wir zurück ins Black Bear Guest House und setzen uns in unser kleines „Wohnzimmer“. Inzwischen hat unsere Gastgeber-Familie auch das Waschbecken repariert. Draußen wird es langsam dunkel und wir nutzen die Zeit, um mal durchzupusten. Seit fünf Tagen sind wir jetzt unterwegs und hatten eigentlich nie mal zwei, drei Stunden, in denen man einfach mal sitzt, im Internet surft, Fotos sichert, Stichworte für diesen Bericht hier aufschreibt oder ein Buch liest. Auch mal schön.

 

HOTEL-CHECK
Das Black Bear Guest House ist ein Volltreffer, Punkt. Über die herrliche Lage habe ich heute und gestern schon genug gesagt. Die, ich glaube, drei Gäste-Unterkünfte liegen in einem Anbau zum Haupthaus, in dem die Gastgeber-Familie wohnt. Wir hatten eine Unterkunft mit einem Schlafzimmer (gutes Bett!), einem modernen Bad und einem Vorraum oder auch Wohnzimmer. Die Gastgeber sind super nett und dass das Black Bear etwas außerhalb von Tofino liegt stört nicht wirklich, weil hier alles so nahe beieinander ist.


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