Reisebericht Korsika – Die herbe Schöne / Tag 9-13

TAG 9 / CALVI, LUMIO
20.09.10

Ein toller Spätsommertag, uns ist heute nach mehr Meer. Erst wollen wir aber ein bisschen Schweiß lassen, damit sich die Abkühlung lohnt. Westlich von Calvi liegt die Halbinsel Revelata, die in drei Stunden hin und zurück bis zum Leuchtturm erwandert werden kann. Über Fußpfade quer durch die Macchia nehmen wir den Abstieg in Angriff. Nach einer halben Stunde kommen wir an einem Strand vorbei, der so auch in der Südsee zu finden sein könnte. Nach einer weiteren Viertelstunde bemerken wir, dass die Sonne trotz Vormittag doch schon ganz schön knallt, also ist eincremen angesagt. Blöderweise findet sich die Sonnenmilch nirgendwo im Rucksack, die haben wir wohl in der Wohnung vergessen. Also machen wir uns notgedrungen schon nach der Hälfte des Weges zurück bergauf und kürzen die Wanderung somit auf anderthalb statt drei Stunden ab.

Halb um die Halbinsel Revelata

Trotzdem schweißgebadet und kurz vor dem Sonnenbrand erreichen wir das Auto. Zurück in der Unterkunft marinieren wir unsere Haut erst einmal in Lichtschutzfaktor 25. Dann schnappen wir uns die Taucherbrillen und Schnorchel (mittlerweile ist ein weiteres Exemplar aus dem hiesigen Supermarkt dazugekommen ;-)) und düsen zum „Mata Hari“-Strand bei Lumio, den wir gestern entdeckt haben. Die Riffe direkt am Ufer versprechen eine tolle Unterwasserwelt. Und wirklich – schon ab einem halben Meter Tiefe wuselt das Leben unter uns. Dutzende verschiedene Fischarten von ganz klein bis 30-40 Zentimeter lang, jede Menge Wasserpflanzen, Seeigel und andere Bewohner wie Quallen zeigen sich uns.

Wir schnorcheln wie die blöden und sind ganz begeistert. Wie ich später im Internet feststelle, sahen wir unter anderem Meerpfaue, die in allen Regenbogenfarben glitzern, und Drachenköpfe. Langsam macht sich die viele Sonne auch im Schädel bemerkbar. Wir beschließen, an den Hausstrand vor unserer Wohnung umzuziehen und uns dort in den Schatten zu legen. Es folgt ein entspannter Nachmittag am Meer mit ein paar Planschgängen und allem, was dazugehört. Als die Sonne langsam verschwindet gehen wir Duschen und nach kurzem Einkauf in die Stadt zum Essen. Als wir in Calvi-City ankommen bemerke ich, dass die blaue Stunde eingesetzt hat. Die Gelegenheit wird gleich mal für ein paar Fotos genutzt.

Blaue Stunde an Calvis Hafen

Die Restaurantsuche führt uns wie an Tag 7 wieder zum Place de Crudeli an der Kirche. Dieses mal wählen wir aber mit dem „St. Maria“ das andere Restaurant. Hier ist tatsächlich alles irgendwie feiner, geht schneller und schmeckt vor allem leckerer. Dabei ist der Preis für ein Menu derselbe wie im „Chez Doume“. Kein Wunder, dass die Leute hier vorgestern fröhlicher wirkten.

Nach einem unglaublich leckeren Wildschweinragout bekommen wir zum Dessert ein Stück Schokoladenkuchen, das uns total umhaut. Selten so etwas gutes (und mächtiges) gegessen. Vollkommen fertig rollen wir und nach Hause und gehen nach ein paar reinigenden Eau de Vie auf dem Balkon schnell rein und ins Bett.

TAG 10 / CAP CORSE
21.09.10

Cap Corse – die Halbinsel bildet den Daumen der faustähnlichen Form Korsikas und begrenzt die Insel im Norden. Das Cap ist nur 10 Kilometer breit und 40 Kilometer lang. Eine komplette Umrundung vom West- bis zum Ostende wäre etwa 120 Kilometer lang. Auf den uns mittlerweile bekannten „D“-Straßen bedeutet das eine Tagestour, wenn man denn auch mal an diversen Stellen anhalten will. Mehrere Quellen behaupten, dass das Cap die Insel im Kleinen abbildet – die landschaftlich eher „langweilige“ Ostküste, die imposante Felsküste des Westens, dazwischen hohe Berge und kleine Dörfer.

Cap Corse

Leider ist es heute bedeckt, aber nutzt ja nix, denn das wollen wir sehen. Ganz davon abgesehen, dass wir von der Ostküste bislang gar nichts mitbekommen haben, sieht man von Bastia bei der Ankunft ab. Da wir von Calvi aus alleine schon bis Saint-Florent, dem Startpunkt der Cap-Umrundung, anderthalb Stunden brauchen, wollen wir unsere heutige Tour eher klein halten, um nicht nur im Auto zu braten. Denn trotz des fehlenden Sonnenscheins hat es immerhin 24-28 Grad (je nach Höhe). Saint-Florent lassen wir links liegen, da waren wir ja schon vor vier Tagen. Wir ziehen direkt durch bis etwa in die Mitte des Cap nach Ogliastro. Dort in der Nähe besichtigen wir den „schwarzen“ Kiesstrand, der doch eher anthrazitfarben ist.

Schwarzer Strand bei Nonza

Die sonderbare Färbung kommt vom vielen Schiefer, der als Abraum eines nahegelegenen und mittlerweile natürlich stillgelegten Asbestbergwerks im Meer gelandet ist und sich am Strand gesammelt hat. Vom nördlichsten Punkt unseres Ausflugs fahren wir wieder zurück Richtung Süden nach Nonza. Der viel besuchte Ort hat eine katastrophale Parksituation. Nur eine Straße, die von der Breite her nicht immer für zwei normale PKWs reicht, führt durch den Ort und die wenigen Parkmöglichkeiten sind alle ausgebucht. Hinzu kommen einige große Reisebusse, die auch gerne schmerzfrei mit mindestens 60 km/h in dieses kleine Verkehrschaos hinein jagen. Wenn man denn dann seinen fahrbaren Untersatz irgendwo abgestellt bekommen hat, sollte man sich den Wehrturm und die Kirche nicht entgehen lassen. Vom Turm aus hat man einen tollen Blick auf den auch hier noch vorherrschenden schwarzen Strand. Er ist mit vielen Symbolen und Schrift verziert, die Spaziergänger mit weißen Kieseln auf den Strand „gemalt“ haben.

Einen Kilometer hinter Nonza führt uns ein Geocache einen Hang an der Straße zu einem alten, verfallenen Kloster hinab (Parken in der ersten großen Parkbucht südlich hinter Nonza, gleich an der kleinen Gruft, von oben schon zu sehen, dem Weg folgen). Wir kraxeln zwanzig Minuten den Berg hinunter, der Weg ist relativ gut machbar, aber man sollte Vorsicht walten lassen. Am Kloster angekommen finden wir den Cache schnell, aber ansonsten sind wir leicht enttäuscht, denn die Zugänge zu dem aufgegebenen Gemäuer sind alle verbarrikadiert. Es soll noch einige offene Gräber in der ehemaligen Kirche geben, in denen man noch Gebeine sehen kann.

Wir begnügen uns also mit den Ansichten durch die mit Ketten verriegelten Metallgittertore. Sieht auch so leicht gruselig aus. Danach zurück bis zur D81 und einmal quer durch auf die Ostseite des Caps. In der Mitte des Caps halten wir am Aussichtspunkt „Col de Teghime“ von dem aus man bis nach Italien und Frankreich sehen können soll. Leider nicht bei diesem Wetter. Bastia empfängt uns mit der nachmittäglichen Rush-Hour. Die zweitgrößte Stadt Korsikas ist mit ihrem quirligen Verkehr nach all der ländlichen Abgeschiedenheit der letzten Tage fast ein kleiner Kulturschock für uns.

Wir kämpfen uns durch die Stadt um wieder in Richtung Norden zu kommen und steuern Erbalunga an. Der Ort wirkt wie ein kleines Piratennest, allerdings nicht von der Straße aus. Man muss sich schon zu Fuß in den Ortskern und an den Hafen bemühen. Unglaublich, dass in bester Lage des bei Touristen wohl sehr beliebten Dorfes ganze Villen einfach verfallen. Nach einem Kaffee auf dem Dorfplatz treten wir den Heimweg über die Schnellstraße an, der wegen eines Staus rund um Bastia statt der eigentlich 1 ½ Stunden 2 ½ Stunden dauert. Wir sind froh, als wir wieder in das ruhige Hinterland kommen. Nach einer schnellen Dusche geht’s ins angestammte Campingrestaurant auf einen Grillteller.

TAG 11 / CALENZANA, NONTEMAGGIORE
22.09.10

Die letzten zwei vollen Tage brechen an und die wollen wir gerne ohne große Fahrerei verbringen, zumal sich laut Wetterbericht noch einmal zwei erstklassige Spätsommertage angesagt haben. So geht es nach dem Frühstück und einem kurzen Morgenbad im Meer dann gemütlich rauf in die Balagne. Diese Region hat es uns ohnehin am meisten angetan und wir haben dort bisher nur die Oberfläche an Sehenswertem angekratzt. In 20 Minuten kommen wir von Calvi aus nach Calenzana, das ausnahmsweise sehr komfortabel über die D151 zu erreichen ist. Dort liegen unter dem Dorfplatz vor der Kirche 500 deutsche Söldner begraben, die 1732 im Auftrag Genuas die Stadt zurückerobern sollten. Die ganze Invasion bestand aus Tausenden Soldaten, die von den Einwohnern des Dorfes mit aus den Fenstern geworfenen Bienenkörben und wilden, brennenden (!) Stieren in den Gassen bekämpft wurden.

Kaputt-Kirche in Calenzana

Die Kirche selbst ist ähnlich wie die in Muro so was von im Eimer, das man sich durchaus fragen kann, ab wann dieses Gebäude (in dem regelmäßig Messen stattfinden) zur Gesundheitsgefährdung mutiert. Die Decke eines Flügels ist fast komplett mit tiefen, breiten Rissen durchzogen. Wahrscheinlich liegt der desolate Zustand vieler Gotteshäuser hier daran, dass keine Kirchensteuer erhoben wird. Mutmaßen wir jedenfalls. Kurz hinter dem Dorf liegt die Kapelle Sainte Restitude, die wir aber leider verschlossen vorfinden. Trotzdem gibt es hier etwas zu sehen: Direkt vor dem Tor der Kapelle liegen die verkohlten sterblichen Überreste eines alten LKWs, an der Größe der Rückstände, diversen nicht verbrannten Teilen und geschmolzenem Metall zu erkennen. Wer, bitte schön, fackelt hier genau vor der Kapelle einen alten Laster ab?

Aber mittlerweile wundert uns ja fast nichts mehr auf Korsika, da kann uns auch ein bisschen weiter entfernt der über den Zaun hängende Wildschweinkadaver nur noch ein müdes Schulterzucken abringen. Auf dem Weg nach Montemaggiore entdecken wir direkt an der Straße der D151 die alte Ölmühle „U Fragnu“ am Straßenrand, an der wir kurz halten. Wir werden als einzige Kunden freundlich empfangen und uns wird ein Video gezeigt wie George, der Esel der Mühle, das Öl mit den alten Geräten von 18schlagmichtot aus den Oliven herauspresst. Natürlich gibt es das Öl sowie jede Menge anderer Leckereien vor Ort zu erwerben. Das Öl ist zwar wirklich gut (man darf alles probieren), aber doch sehr teuer (13,- EUR für eine 0,35l-Flasche). Da nehmen wir lieber Macchia-Kräuter für uns und andere als Mitbringsel mit. So haben wir zuhause in unserer Kölner Küche noch ein bisschen Korsika-Geschmack für die nächsten Wochen. George steht im übrigen gutmütig vor der Tür der Mühle und warte auf ihn streichelnde Touristen.

George von der Ölmühle

Im kleinen Montemaggiore angekommen finden wir auch hier die Kirche verschlossen vor. Dafür sieht sie von außen aus, wie die in Calenzana von innen. Die Heiligenfiguren sind aus den Nischen der Außenwand entfernt, die Mauern bröckeln. Schilder verraten dennoch, dass hier Messen stattfinden. Wir finden es immer noch krass, wie hier manche Dörfer im Hinterland offensichtlich vor sich hin rotten. Gegen drei am Nachmittag kann es bei dem Wetter nur ein Ziel geben: Der „Mata Hari“-Strand in Lumio.

Wieder schnorcheln wir zwischen unglaublich vielen verschiedenen und farbenfrohen Fischen aller Größen im warmen Wasser herum, füttern sie aus der Hand mit Brot, tauchen nach perlmuttglänzenden Muscheln und braten zwischendurch in der Sonne. Als diese dann langsam unterzugehen droht, fahren wir im noch halbnassen Zustand auf die Westseite Calvis zur Notre Dame de la Serra (siehe Tag 4), um von dort aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Nach der Dusche verabschieden wir uns vom Campingrestaurant und genießen am Hausstrand noch ein bisschen die helle Vollmond-Nacht mit Blick auf das beleuchtete Calvi. Klingt kitschig? War es auch! 😉


TAG 12 / AREGNO, SAN ANTONIO

23.09.10

Ein Morgenbad und ein paar Fotos von unserer Wohnung bzw. der gesamten Anlage läuten den letzten Tag ein. Um keine Melancholie aufkommen zu lassen schwingen wir uns ein letztes Mal für diesen Urlaub hinauf in die Balagne. Zuerst besuchen wir bei Aregno die Eglise de la Trinité aus dem 12. Jahrhundert. Die kleine aus verschiedenfarbigen Steinen zusammengesetzte Kirche thront auf einem Hügel, umgeben von einem Friedhof. Erstere ist schön anzusehen, letzterer sehr aufschlussreich. Nicht nur, da man wieder sieht, dass die Verstorbenen hier eher über der Erde beigesetzt werden. Der Korse an sich scheint auch sehr alt zu werden. Sicher gibt es ein paar Ausreißer, die in jungen oder mittleren Jahren ihr Leben lassen mussten (wir tippten auf Verkehrsunfälle), die meisten wurden jedoch alt bis sehr alt. Wir zählen mindestens fünf über Einhundertjährige. Vielleicht sollte man einmal über einen Umzug nachdenken …

Über eine kleine Stichstraße erreichen wir Sant Antonio, eines der schönsten Dörfer Frankreichs, wie der Reiseführer verspricht. Es ist eins dieser typischen Höhendörfer der Balagne und somit sehr hoch gelegen mit steilen, in den Fels eingehauenen Gassen. In der Hochsaison kann man sich auf einem Esel die Straßen hochtraben lassen, der im September natürlich schon Feierabend hat. Das Sant Antonio gut besucht ist, erkennt man am riesigen gebührenpflichtigen Parkplatz zu Fuße des Dorfes an der Kirche. Hier scheint man sich sehr mit den Touristen arrangiert zu haben. Das Dorf präsentiert sich denn auch bis ganz oben auf die Felsspitze ziemlich herausgeputzt und akkurat mit der obligatorischen Hammer-Ausicht. Irgendwie hat mir Speloncato besser gefallen.

Die mysteriöse kleine Kirche

Auf dem Weg zurück nach Calvi nehmen wir an einer Haltebucht mit Fernblick Abschied von der Balagne, ihrer Weite und ihrer Stille, die momentan nur von einem kreischenden Adler und einer Katze unterbrochen wird. Die miaut aber kläglich? Es kommt aus einem Altpapiercontainer, in den sie sich offensichtlich hinein verirrt hat und nun gefangen ist. Sicher kein Spaß bei der Hitze. Ihr Spielkamerad sitzt mit großen Augen auf einer Mauer daneben, ihm sind die Pfoten gebunden. Kurzerhand kippe ich den Container um, damit die Kleine durch die Einwurfluke im Deckel wieder hinaus klettern kann.

Um diese Heldentat reicher, entdecken wir ein paar Kilometer weiter eine sonderbare Kirche mit eingeworfenen Buntglasscheiben direkt am Straßenrand. Klar, die muss auch noch. Die Kirche selber ist geschlossen, durch die eingeworfenen Scheiben kann man aber erkennen, dass sie noch nicht ausgeräumt wurde. Die Tür zu ihrem abgetrennten rückseitigen Teil steht allerdings offen. Und wir sehen neben Ameisenstraßen und einigem Plastikzierrat geöffnete und leere Gräber.

Der letzte Mensch wurde vor anderthalb Jahren hier beerdigt, dann aber anscheinend doch schnell wieder umgebettet. Wir glauben, dass wir in einer Art Privatkirche stehen, deren letzter Besitzer und Financier vor anderthalb Jahren starb und sich seitdem niemand mehr für den Bau zuständig fühlte und den Erhalt aufbringen konnte. Jetzt aber an den Hausstrand, es ist schon früher Nachmittag. Bis die Sonne untergeht verabschieden wir uns noch standesgemäß von Sand und Mittelmeer. Zur Feier des Abschieds schnabulieren wir noch einmal ein wenig unglaublich leckeres Wildschwein im „St. Maria“ am Place de Crudeli.

TAG 13 / CALVI – NIZZA – GENUA – KÖLN
24.09.10

Was für ein Wetter. Richtig dunkel ist es draußen und eher kühl obendrein. Wie gut, dass wir heute nach Hause fahren 😉 Man kann sich alles schönreden. Nach Frühstück und Kofferpacken fahren wir die paar Meter zum Fährhafen von Calvi und reihen uns in die Schlange der Wartenden ein. Die Wartezeit verbringen wir mit einem Bummel am Hafen, wo wir den Fischern dabei zuschauen, wie sie ihren nächtlichen Fang an den Mann bringen. Wir beobachten Fischschwärme im Hafenbecken und einen unermüdlich nach Frühstück tauchenden Kormoran. Dann kommt auch schon unsere Fähre, die, einmal angelegt, verdammt groß im Vergleich zu Calvis Hafen wirkt.

Tschüß Calvi

Das Einfahren verläuft recht chaotisch, wir werden so eng an die anderen Autos herangelotst, dass deren Insassen und wir kaum aussteigen können. Die Fähre von Corsica Ferries unterscheidet sich nicht groß von der Moby Lines Fähre der Hinfahrt, bis auf die Tatsache, dass der Kaffee absolut ungenießbar ist. Um 11.00 legt sie ab. Da das Wetter nicht gerade zu einem Aufenthalt an Deck einlädt, verziehen wir uns nach dem Abschiedswinken in Richtung Calvi in den Bauch des Kahns.

Eine Kabine haben wir dieses mal nicht gebucht, schlafen wäre trotzdem schön, aber jeder Winkel und jede Sitzgelegenheit in den Restaurants und Bars ist besetzt. Genau in der Mitte des Schiffes finden wir recht bequeme Schlafsessel in einem großen Raum, der an ein Flugzeug erinnert. Komischerweise sitzen hier nur ganz wenige Leute. Wir bleiben über zwei Stündchen dort und halten Nickerchen oder lesen. Nach dieser Zeit fällt mir ein kleines Schild auf, dass daran erinnert, das die Sessel gebucht werden müssen und kostenpflichtig sind. Ach deswegen sitzen hier so wenige! Ähmn, ja, wir wollten sowieso gerade gehen.

Die letzte Stunde streifen wir auf dem Schiff herum und beobachten die Ankunft in Nizza, dass wir gegen 15.15 Uhr erreichen, vom Deck aus.
Nachdem wir uns durch die Stadt gekämpft haben, beginnt das langweiligste an einer weiten Autoreise – die Rückfahrt. An einem Rastplatz kurz hinter Nizza halten wir noch eben an, um eine tolle Aussicht auf Monaco und Monte Carlo zu genießen. Dann geht es durch mindestens einhundert Tunnel Richtung Genua. Ab dort beginnt es unter der immer noch geschlossenen Wolkendecke heftigst zu regnen. Rund um Mailand herum geraten wir in die Rush-Hour eines frühen Freitagabends und verlieren über eine Stunde in Stau und Sturzbachregen.

Auch nach der Einfahrt in die Schweiz pladdert es unaufhörlich weiter und hört auch nicht auf, nachdem wir den Gotthardtunnel durchquert haben. Mittlerweile ist es 22.30 Uhr geworden und wir machen an der Raststätte Gotthard Nord (zu empfehlen!) die erste Pause, um Diesel und Schnitzel zu tanken. Während meine Beifahrerin selig schlummert, lasse ich mich von einem Stephen King Hörbuch unterhalten. Erst um 04.30 Uhr am Samstagmorgen erreichen wir Köln, der Dauerregen hat uns bis Koblenz verfolgt.
Gute Nacht und bis zum nächsten Mal!

Zum Abschluss noch die Zahlen aus dem Bordcomputer:
Gefahrene Kilometer: 3175
Durchschnittsverbrauch: 5,5 l/100 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 65 km/h
Komplette Fahrzeit des Urlaubs: 48 Std. 44 Min.

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