Megacity Hongkong – Ein Reisebericht / Tag 6

TAG 6 / HONGKONG
Freitag 06.05.

Verdammt viel Seafood garniert mit 10.000 Buddhas und einer Lightshow

Ein ehemaliges Fischerdorf und auch heute noch recht klein und possierlich, mit sehr vielen Seafood-Restaurants und außerdem mit Strand: Yau Tong wird mir von irgendeiner Internetseite als Geheimtipp verkauft, den längst nicht jeder Hong Kong Besucher kennt. Also gucken wir uns das doch mal an heute! Hatte ich das feuchtheiße Wetter erwähnt? Egal.

Mit der Metro in Yau Tong angekommen, sind wir erst einmal richtungsmäßig etwas aufgeschmissen, finden den kleinen Platz am Hafen jedoch nach einem kurzen Spaziergang. Bis auf ein paar ältere Einheimische, die sich hier wohl gerne zum Quatschen treffen, sieht man keinen Menschen. Auch mal schön. Allerdings… rund um den Hafen stinkt’s. Nein klar, in Häfen riecht es ja immer etwas „anders“, aber hier stinkt es, keine Ahnung wonach. Wir folgend dem Weg zum Strand, der wie in einer Art Mini-Mall bedacht und unbedacht an dutzenden Seafood-Restaurants vorbeiführt.

Yau Tong Hafen

Das lustige: Alle sind flankiert von Fischgeschäften. Inwiefern Restaurant und Fischladen zueinander gehören, ist natürlich im Einzelfall nicht feststellbar. Aber offenbar läuft es so ab, dass man irgendwo sein Seafood im Laden kauft und es dann in einem der Restaurants zubereiten lässt. Frischer geht’s nun wirklich nicht. Allerdings sieht das ganze schon etwas skurril aus. Von Hygiene oder gar halbwegs „netter“ Haltung der Viecher mal ganz zu schweigen. Schon mal drei mal drei Meter große Becken mit geschätzt 50 Langusten drin gesehen?

Noch ist gar nichts los hier, wir sind die einzigen, die durch diese Restaurant-Straße tingeln. Die Fischverkäufer flegen gelangweilt auf Stühlen herum und starren in ihre Smartphones oder schlafen. Am Strand sind dann schon ein paar mehr Leute, so etwa sechs. Aber Strand? Nun ja, sagen wir mal so … dort lagen mehr Scherben als Sand und Kies. Ungelogen! Viele immerhin schon vom Wasser rundgelutscht. Nä, schön ist anders. Also wieder zurück den langen Spaziergang bis hoch zur Metro, aber Moment… Wir haben doch gestern etwas über Taxipreise gelernt. Taxi!

Wohin eigentlich? Ach, wir wollten doch noch den Tempel der 10.000 Buddhas sehen! Der Fahrer nickt und fährt uns eine halbe Stunde durch halb Kowloon. Ist nicht grade in der Nähe, der Tempel. Trotzdem kostet die Fahrt irgendwas um die 12 Euro wenn ich mich recht erinnere und spart uns sehr viel Zeit. Dafür werden wir an einem Bahnhof rausgeworfen, denn zum Tempel geht es bergauf. Der Weg dorthin will erst mal gefunden werden, groß ausgeschildert ist hier nichts.

Tempel der 10.000 Buddhas

Aber dann… alleine der Weg hinauf wird schon von hunderten Buddha-Statuen in Menschengröße gesäumt. Die kann man gegen eine entsprechende Spende wohl selber dort aufstellen lassen, entweder nach dem eigenen Antlitz, dem einer Gottheit oder wie auch immer geformt. Dementsprechend sehen alle sehr unterschiedlich aus. Manchen gruselig, andere witzig. Es geht sehr, sehr viele Treppen hinauf, bis man die Anlage erreicht. Der eigentliche Tempel mit den 10.000 Buddhas ist schon sehr imposant. Kleines Suchspiel wenn man da ist: Der Gründer des Tempels wurde nach seinem Tod mit Gold überzogen und befindet sich unter all den anderen goldenen Statuen im Tempel …

Nach einer Zeit des Guckens und Staunens hab ich auch meinen Lieblingsplatz gefunden. Während Rebekka sich weiter umsieht, hocke ich mich auf eine kleine Bank, die drei Sachen bietet: 1. Eine tolle Aussicht auf die riesigen Wohnspargel Kowloons, 2. sitzt man ganz genau unter der Einflugschneise und kann 747 und A380 wenige hundert Meter über sich bestaunen und zum 3. rennen hüpfen und springen hier jede Menge Makaken herum! Man soll behutsam mit den Affen sein und nicht ihre Nähe suchen weil bissig, warnen einige Schilder. Und vor allem nicht füttern! Klar, nur gucken, nicht anfassen. Macht aber auch so Spaß, den putzigen Babys und imposant daher stolzierenden Alpha-Männchen zuzusehen, während sie so durch Bäume und über Dächer hüpfen.

Und zum Abschluss noch mal ein bisschen Science Fiction

Schon gegen halb fünf wird man aus dem Tempelbezirk hinausgekehrt, um fünf ist dicht. Wir eilen mit der Metro hinunter zum Hafen, um uns die imposante Skyline-Lightshow noch mal in voller Länge zu geben. Dort angekommen, sichern wir uns ein gutes Plätzchen auf der Promenade und verzehren die vorher in einem Kiosk erstandenen eiskalten alkoholischen Getränke. Zwar habe ich mein Stativ vergessen, aber trotzdem wird es ein rauschendes Foto-Fest für mich. Einfach Wahnsinn, diese Show! Anschließend schlendern wir durch die Mall der Harbour City und entscheiden uns, das letzte Abendmahl in Hong Kong bei einen Japaner zu uns zu nehmen. Kann das Wa-Ta-Mi nicht ganz schlagen, aber ist ja auch Hong Kong hier. Die Star Line Ferry bringt uns zurück auf die Hong Kong Seite und wir haben noch einen schönen Spaziergang an den beleuchteten Wolkenkratzern vorbei zum Hotel.

 

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